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Yardena Malka, Project Manage­ment & Text
yardena.malka@amstutz.partners

21. Juni 2019

Story­tel­ling aus Sicht einer Expertin

«Listen more than you talk and ask more than you answer.»

Der Münchner Bran­chen­ver­band «Content Marke­ting Forum» (CMF) hat für das Jahr 2019 Content Trends ermit­telt und in einem Leit­faden zusam­men­ge­fasst. Ins Auge fallen uns die Begriffe «Haltung bewahren» und «Story­tel­ling». Grund genug detail­lierter auf die Begriffe und die dazu­ge­hö­rigen Themen einzugehen.

Was ist die Essenz einer guten Geschichte?

Eine gute Geschichte lebt von den Heraus­for­de­rungen und den Hürden, die der Prot­ago­nist zu über­winden hat. Die Art und Weise wie er diese bewäl­tigt, gibt der Geschichte die notwen­dige Substanz.

Was faszi­niert dich am Story­tel­ling besonders?

Ich liebe es, wenn Bestand­teile meiner Geschichte erlebt, erforscht und inter­pre­tiert werden können. Ich möchte den Leser in visuell anspre­chende Erzäh­lungen einbinden. Nur so hinter­lässt die Geschichte blei­bende Erin­ne­rungen und prägt sich beim Leser als persön­li­ches Erlebnis ein. Von diesem Moment an entfaltet sich die Story völlig unab­hängig von mir – der Leser erzählt sie in seinen Worten weiter und gibt der Geschichte ein Eigen­leben. Auch wenn jede Erzäh­lung, die ich kreiere, stets einen Teil von mir selbst, meinen Erfah­rungen und meinen Erin­ne­rungen beinhaltet, ist es diese Dynamik, die das Story­tel­ling ausmacht.

Bild: iStock­photo

Woher kommt diese Leidenschaft?

Inspi­riert hat mich meine Gross­mutter, die selbst gerne Geschichten erzählt hat. Bis heute faszi­niert es mich, wie uns Erzäh­lungen durch Zeit und Raum trans­por­tieren und unsere Wahr­neh­mung von den Menschen um uns herum verän­dern. Geschichten sind schlichtweg kraftvoll!

Woher nimmst du deine Ideen und was empfiehlst du zukünf­tigen Erzählern?

Ich sammle ständig Infor­ma­tionen: Aus der Vergan­gen­heit, aus meiner Umge­bung, aus Erfah­rungen und aus allem und jedem um mich herum. Selbst ein alter Baum kann durch seine Narben, Ringe und Forma­tionen eine kraft­volle Geschichte erzählen. Zukünf­tigen Geschich­ten­er­zäh­lern empfehle ich: Sei dir im Klaren darüber, wer deine Ziel­gruppe ist und welche Heraus­forderungen sie meis­tern muss – dann leg einfach los! Auch für einen Künstler sind weisse Lein­wände das Schlimmste. Sobald seine Lein­wand bemalt ist, kann er sich immer wieder an dem orien­tieren, was er bereits ge­schaffen hat. Schritt für Schritt entsteht so eine starke Geschichte.

Bild: iStock­photo

«Story­doing» kommt zurück! Was hältst du davon? Sollten Geschich­ten­er­zähler auch «Story­doers» werden?

Eine Geschichte wird von einem Story­maker erschaffen, von einem Story­teller erzählt und von einem «Story­doer» zum Leben erweckt. Die Fähig­keiten, alle drei Tech­niken erfolg­reich zu vereinen, besitzen nicht viele Unter­nehmen. Diese drei Elemente sind eine ganz­heit­liche Lern­er­fah­rung und machen Geschichten nicht nur erlebbar, sondern lassen sie auch orga­nisch wachsen. Erzäh­lungen entfalten und verbreiten sich selbst­ständig und damit dieses Wachstum positiv, unab­hängig und selbst­tra­gend bleibt, benö­tigt die Geschichte ein solides Funda­ment. Red Bull, Tesla und unter anderem Steve Jobs haben dabei hervor­ra­gende Arbeit geleistet. Sie haben eine Unter­neh­mens­kultur geschaffen, welche die Kunst des «Story­doings» fördert.

«Story­tel­ling forms how we see ourselves as well as how we feel about others. It creates relationships.»

Chris­tine Anne Berger, Crea­tive Director
christineanne.berger@amstutz.partners

Header­bild: Kevin Erdvig on Unsplash